Beitrag Nr. Datum: Zeit: Name:
168-2 20.06.2006 23:50 Andy

Betreff: Antwort - Brennstoffzellen

Entschuldigung, die Unterstellung mit der "Wasserstofflobby" kam von mir, das habe ich aus: "Mitglied im Deutschen Wasserstoffverband" auf http://www.k-tz.de/tz2/Autor/autor.html abgeleitet.
Danke für Ihre Antwort, wie in der Mail geschrieben, fand ich es bloß fair
auf meine Anmerkungen zur Seite hier im Forum hinzuweisen.
Ihre Seiten sind wirklich informativ, für mich drängen sich aber trotzdem
ein paar Fragen auf:

Biomasse ist inzwischen relativ billig, ja, nur ist unser Energiebedarf sehr
hoch. Wo sollen all diese Pflanzen wachsen? Natürlich ist das nicht vergleichbar, weil genau gegenteilig, aber Raps könnte die Treibstoffe, die wir verbrennen, z.B.: nicht einmal ansatzweise ersetzen. Statt der gegenwärtigen Monokulturen echte Vielfalt auf die Felder zu bringen, ist eine Idee, die mir sehr gut gefällt, nur gilt eben für alle Pflanzen, dasssie erst einmal nachwachsen müssen, nachdem sie geerntet wurden. Selbst Chinaschilf oder Bambus, wozu es ja auch schon Versuche gab, brauchen dafür ein wenig Zeit, obwohl das Zeug doch wirklich wächst wie Unkraut.

Ich weiß, alles, was wächst, kann herangezogen werden, aber das muss es erst auch einmal eine Zeit lang tun. Genaugenommen wächst Biomasse ja nicht nach, sondern voraus. Die Abholzung der Wälder ist nach wie vor ein großes Problem, in Österreich stehen doch nur so viele Bäume rum, weil es für die Industrie billiger ist Holz aus weniger reichen Ländern zu importieren. Das taten teilweise schon die Habsburger und die brauchten bei Weitem noch nicht so viel, wie wir heute brauchen.

Nebenbei bemerkt fällt mit der Abholzung auch so manche Schutzfunktion von Wäldern - Resultat: Erosion, Lawinen, Hochwasser etc. sprich: Naturkatastrophen. Wir kennen doch auch das Beispiel Brasilien: Autos fahren dort mit Alkohol. Klingt gut, aber für die Zuckerrohranbauflächen wird dort der Regenwald zurückgedrängt.
Also ganz konkret: Wo nehmen wir all die Anbauflächen für Biomasse her und
wie lange reichen die Ressourcen der Biomasse, wenn wir alles niedermähen?

Seien Sie mir bitte nicht böse, aber bei Versuchen Energieautarkie zu erlangen, bin ich noch skeptischer als sonst, denn die Geschichte liefert zwei eindrucksvolle (und Gott sei Dank konträre) Beispiele für das Scheitern solcher Bestrebungen: Erst scheiterten die Nazis am Versuch mit "deutscher Energie" Autarkie zu erlangen und wurden schließlich scharf auf die russischen Ressourcen. Dann versuchte die DDR möglichst unabhängig von Russland zu werden und so manche tolle Entwicklung, die dem entgegenwirken sollte, scheiterte grandios. Wenn ich das richtig verstehe, ist Biomasse als Energielieferant zur Wasserstofferzeugung aber eher ein Aufhänger? Zusammen mit Erdöl/Ergas (ist mir lieber als Atomkraft) ließen sich dann aber doch ausreichende Mengen herstellen, um unseren heutigen Energiehunger zu stillen?

Als großen Trumpf einer Wasserstoffwirtschaft sehe ich, dass dann endlich all die Solar- und Windkraftanlagen einen Sinn bekämen. An sich ist es Grundschulwissen, dass elektrische Energie sich nicht so einfach speichern lässt und Wind und Sonne lassen sich eben auch nicht regulieren (so wie die Wasserkraft, wo die Staumauern doch auch nicht zum Spaß gebaut werden) Aktuell schaffen diese "ökologischen" Kraftwerke doch nur Probleme, nicht umsonst müssen herkömmliche Kraftwerke hochgefahren werden, wenn im Burgenland der Wind weht, denn Spannungstrichter und letztlich Stromausfälle sollen ja vermieden werden. Würde aber mit der Energie aus Wind und Sonne Wasserstoff hergestellt werden, wäre das natürlich hinfällig.

Und zum Abschluss noch eine Frage zum H2O:
Handelt es sich um Wasser oder Wasserdampf? Letzteres ist doch auch ein Treibhausgas (und ohne wäre es hier mit ca. -18 Grad wohl ziemlich kalt)

Grüße,

Andy

-------------------------------------------------------------------
Those who would give up essential Liberty, to purchase a little temporary
Safety, deserve neither Liberty nor Safety. - Benjamin Franklin.